Ergebnisse der Grundfutteruntersuchungen Grassilage 1. Schnitt 2003

Bedingt durch die schlechte Entwicklung der wertvollen Untergräser "alterten" die Wiesenbestände im Mai ungewöhnlich schnell. Somit waren auf der Schwäbischen Alb nach dem 18./20. Mai keine Silagen zu bergen, die den Anforderungen an die Fütterung von Hochleistungskühen entsprachen (Rohfasergehalte unter 25% und Energiekonzentrationen über 6,0 MJ NEL).
Trotzdem werden besonders die nässeren Silagen sehr gut gefressen. Besonders bei ihnen scheint die Abbaubarkeit des Rohproteins im Pansen bei 90% zu liegen, was bei der Rationsgestaltung beachtet werden muss.

 

Untersuchungsergebnisse Grassilage 1. Schnitt 2003

  TS-Gehalt
[g]
MJ NEL
[g/kg TS]
Rohprotein
[g/kg TS]
Rohfaser
[g/kg TS]
Rohasche
[g/kg TS]
Zucker
[g/kg TS]
             
Minimum 237 5,09 138 232 69 1
Mittel 357 5,64 156 270 100 27
Maximum 461 6,24 193 312 165 96

Die Einzelergebnisse der Grassilagen 1. Schnitt können als pdf-Datei heruntergeladen werden.

 

 

Ergebnisse der Grundfutteruntersuchungen Maissilage 2003

Das Jahr 2003 war kein gutes Maisjahr.  Die Sommertrockenheit führte besonders auf den schlechten Standorten zu einer Notreife der Maisbestände in der 2. Augusthälfte. Die Stärkeeinlagerung war noch nicht abgeschlossen, während die Restpflanze bereits stark vertrocknet und verholzt war.
Entsprechend problematisch sind die Maissilage hinsichtlich der Lagerstabilität, besonders wenn die TS-Gehalte über 34% liegen und der Vorschub niedrig ist.
Auch die Verdaulichkeit der Maissilage scheint sehr niedrig zu sein, was die Gestaltung von Futterrationen mit Maissilageanteilen von 50% und mehr sehr schwierig macht.

 

Untersuchungsergebnisse Maissilage 2003

  TS-Gehalt
[g]
MJ NEL
[g/kg TS]
Rohprotein
[g/kg TS]
Rohfaser
[g/kg TS]

Rohstärke
[g/kg TS]

           
Minimum 288 6,11 67 174 184
Mittel 346 6,49 83 202 277
Maximum 438 6,79 101 234 371

Die Einzelergebnisse der Maissilagen könnnen als pdf-Datei heruntergeladen werden.

 

Alle Untersuchungen wurden an der LUFA Speyer durchgeführt.

 

 

Hinweise zur Silomaisernte

Silomais sollte nicht zu spät geerntet werden: Silagen mit TS-Gehalten über 35 % lassen sich schlechter verdichten und ziehen damit mehr Probleme mit Nacherwärmungen nach sich. Außerdem ist die Verdaulichkeit der Restpflanze geringer und der Verpilzungsgrad höher.

Ermittlung der Abreife:
Kolben: Nagelprobe: schwarzer Punkt sichtbar ab ca. 45% TS
Restpflanze: Abknicken der Pflanze und verdrehen: starker Saftfluß 18% TS, starkes Schäumen 21% TS, schwache Schaumbildung 24% TS, kein Saftaustritt 27% TS
Nur bis zu 24% TS in der Restpflanze kann eine stabile Silage erzeugt werden, unabhängig vom TS-Gehalt der Körner.

Der Mais sollte höher geschnitten werden, denn die unteren 20-50 cm der Pflanze sind kein geeignetes Futter für für Hochleistungskühe (kaum Energie, hohe Kaliumgehalte). Bei Hochschnitt 10-15 cm unterhalb des Kolbens:
        erhöht sich der TS-Gehalt um 2-3%
        der Rohfaser- und Rohaschegehalt verringert sich um jeweils 1-2%
        der Energiegehalt steigt um 0,1-0,3 MJ NEL/kg an
        die TS-Aufnahme liegt um etwa 1 kg höher
        und der Minderertrag an TS beträgt etwa 5-7%.

Die theoretische Häcksellänge für Silomais sollte mindestens 6-8 mm betragen. Die z.Z. vielfach propagierte längerer Häcksellänge von 15-20 mm ist nur praktikabel wenn:
        Stay-Green-Sortentypen angebaut wurden
        konsequent hoch geschnitten wurde
        der TS-Gehalt der Silage unter 30-32% liegt
        zur Absicherung der Gärstabilität Futterharnstoff eingesetzt wird
Treffen diese Punkte nicht zu, ist von einer längeren Häcksellänge abzusehen, da sonst große Probleme mit der Verdichtung und als Folge mit Nacherwärmungen auftreten kann.

Kontrovers diskutiert wird der Einsatz von Silierhilfsmitteln. Wer sich damit intensiver beschäftigen will, dem sei der Artikel dazu in top agrar 9/2002 Seite R12 empfohlen. Hieraus die wichtigsten Punkte:
Alle Produkte mit heterofermentativen Milchsäurebakterien benötigen eine absolut luftdichte Lagerung von mindestens 4-6 Wochen bis zum Öffnen des Silos.
Das Produkt "Kofasil Life M" wird Betrieben empfohlen, die keinen ausreichenden Vorschub haben (ausreichend ist: im Winter 1,5m pro Wochen und im Sommer 2-2,5m pro Woche) bzw. die Silage bei hohen Außentemperaturen entnehmen. Es ist also das Mittel der Wahl für ein "Sommer-Maissilo", es ist mit 1,35 €/to. Siliergut relativ Preiswert.
Muss das Maissilo schon nach 14 Tagen geöffnet werden, hat das Produkt "Eurosil Mais" von TIMAC die beste Wirkung erreicht.

Eine andere Möglichkeit die Gärstabilität der Maissilage zu verbessern, bietet der Einsatz von 3 kg Futterharnstoff pro to. Siliergut. Der Harnstoff kann mit einem Streuer problemlos schichtweise beim Silieren aufgebracht werden. Als zusätzliche Absicherung kann im oberen Drittel des Silos Luprosil oder Eurosil Mais über den Häcksler zudosiert werden. Der Einsatz von Harnstoff ist eine kostenmäßig interessante Lösung, da damit auch der Rohproteingehalt der Maissilage verbessert wird.