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Haltung
Viele Betriebe haben ihre Laufställe in den 80er Jahren
nach dem damaligen Wissensstand gebaut. Laufgänge und Liegeboxen entsprechen nicht
mehr den heutigen Anforderungen, auch das Stallklima im Sommer bedarf dringender
Verbesserung. Vor diesem Hintergrund haben einige Betriebe die massiven Seitenwände
komplett herausgebrochen und durch Holzverschalungen bzw. Doppelstegplatten ersetzt, die
von außen an die tragenden Stützen aufgeschraubt wurden.
Dadurch kommt mehr Licht in den Stall, die
Luftaustauschrate wurde deutlich erhöht und die Wandliegeboxen wurden 20 cm länger.
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| vor dem Abriss der Stallwand |
nach dem Abriss und Anbringung
von Holzverschalung und Doppelstegplatten |
Einen wichtigen Faktor bei der Optimierung des Kuhkomfort
ist die Gestaltung der Liegeflächen für die Kuh. Negativ auf das Wohlbefinden wirkt sich
mit Sicherheit folgende "Boxengestaltung" bzw. "Pflege" aus:
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| kaum Einstreu: Kuh liegt auf
dem planken Beton |
trotz relativ moderner
Boxentrennbügel liegt diese Kuh nicht bequem |
Entscheidet sich der Betriebsleiter für Tiefboxen, so muss
er eine Matraze aus Stroh, Kalk, Hobelspänen oder ahnlichem Material in seinen Boxen
aufbauen. Bei richtiger Pflege ist dies die bequemste Liegemöglichkeit für Kühe, mit
einem allerdings etwas höheren Arbeitsaufwand gegenüber der Hochbox.
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| gut gepflegte Tiefbox in einem
älteren Laufstall |
neuerer Laufstall mit
großzügigem Kopfraum zur Bevorratung von Stroh |
Auch Hochboxen bieten eine bequeme Liegemöglichkeit und
sind ein guter arbeitswirtschaftlicher Kompromiss. Dies setzte aber die Verlegung vom
Komfortmatrazen voraus, die mit einer dünnen Schicht aus Stohmehl ober Sägespänen
abgestreut werden müssen. Fast alle auf dem Markt angebotenen Kuhmatrazen verlieren
relativ schnell ihre ursprüngliche Dicke, jedoch ist auch dann bei den meisten noch ein
ausreichender Liegekomfort gewährleistet.
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| Einzelmatten mit Bugbrett und
angehobenem Rohr in einem älteren Laufstall |
Verlegung von Bahnware in einer
Liegehalle mit 5% Gefälle |
Fütterung
Im Vergleich zu anderen Tierarten, wissen wir über die
Verdauung und den Bedarf von Nährstoffen beim Wiederkäuer erschreckend wenig. Das liegt
nicht nur an den komplexen Verdauungsvorgängen beim mehrhöhlig zusammengesetzten Magen
des Rindes. Auch die Grundlagen, auf denen z.B. Bedarfsnormen und Abbauvorgänge ermittelt
wurden, entsprechen nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten. So ist der Stoffwechsel des
pansenfistulierten Ochsen, der sein Dasein angebunden in einer Versuchsstation fristet,
nicht vergleichbar mit der 10.000 kg Kuh in einem Boxenlaufstall.
Fütterungsberater, die Hochleistungsbetriebe über einen längeren Zeitraum betreuen,
stoßen immer wieder auf Situationen, die mit den gängigen wissenschaftlichen
Erkenntnissen nicht zu erklären sind. Hier besteht von Seiten der Forschung erheblicher
Nachholbedarf.
Ein gutes Beispiel, wie sich die Bewertung eines
Futtermittels gändert hat und wie weit hier andere Länder bereits sind, ist das
Sojaextraktionsschrot:
In Deutschland wurde der UDP-Anteil (Anteil des Rohproteins, das nicht im Pansen abgebaut
wird, sondern direkt in den Dünndarm gelangt) von Sojaextraktionsschrot von 35% auf 30%
herabgesetzt und der UDP-Anteil von Rapsextraktionsschrot von 25% auf 30% angehoben. Dies
spiegelt auch die Beobachtungen in der Praxis wieder und wurde von fortschrittlichen
Fütterungsberatern schon seit Jahren so praktiziert.
Generell ist jedoch die Frage zu stellen, ob der UDP-Anteil eine feste Größe ist, oder
ob er auch von anderen Faktoren abhängt.
Die Amerikaner sind hier bereits einen Schritt weiter, wie der Dairy Spezialist Michael
Hutjens von der University of Illinois beim von der Firma Dr. Pieper veranstalteten Symposium zu Fragen der
"Fütterung von Kühen mit hohen Leistungen" im Jahr 2002 in Neuruppin
berichtete. So wird in den neuen amerikanischen Fütterungsnormen der UDP-Anteil für
jedes Futtermittel und jede Ration in Abhängigkeit von der Futteraufnahme und den
jeweiligen Futtermitteln in der Ration variiert.
Für Sojaschrot ergibt sich dabei folgendes Bild: bei ca. 12 kg T-Aufnahme beträgt der
UDP-Anteil 31%, bei 24 kg T-Aufnahme jedoch 43%. Der Grund ist die höhere Passagerate bei
der höheren Futteraufnahme, es gelangt also mehr unabgebautes Sojaprotein in den
Dünndarm.
In den neuen amerikanischen Fütterungsempfehlungen ist die T-Aufnahme für alle
Proteinkennwerte die kritische Größe, weil über die enge Beziehung zwischen T-Aufnahme
und Passagerate die UDP-Anteile der Ration, aber auch die mikrobielle Synthese deutlich
beeinflusst werden.
Auf diesem Gebiet, dem Einfluss der Futteraufnahme und der
Wechselwirkung der einzelnen Rationskomponenten untereinander, gibt es in den nächsten
Jahren noch dringend notwendigen Forschungsbedarf, um die Nährstoffversorgung der
Hochleistungskuh besser kalkulieren zu können.
Sowohl für den Fütterungsberater, als auch für den
Landwirt ist es wichtig, Mangelsituationen bei den Tieren möglichst schnell zu erkennen
und entsprechend darauf zu reagieren. Dr. Kalchreuter vom Landwirtschaftsamt Ansbach
hat hierzu einige wichtige und unbedingt lesenswerte Zusammenhänge aufgezeigt:
Zum Einsatz von Propylenclycol kann ein Info-Blatt zu Propylenclycol
im pdf-Format heruntergeladen werden.
Checkliste für Fütterungsberatung
Beurteilung des Stalls
- Luft, Stallklima
- Wasserversorgung
- Belegungsdichte
- Breite der Laufgänge, Sackgassen etc.
- Zustand der Liegeboxen
Beurteilung des Zustandes der Tiere
- Futterzustand in Abhängigkeit des Laktationsstandes
- Beurteilung der Kotkonsistenz, unverdaute Bestandteile
- Wiederkauverhalten
- Klauengesundheit Beeinflusst die Futteraufnahme
Beurteilung des Managements
Menge und Qualität der vorliegenden Futterration
wann und wie oft wird das Futter beigeschoben
Hygienischer Zustand der Fütterungsgeräte
Schimmelreste etc.
Vorbereitungsfütterung von Kalbinnen und Kühen
Beurteilung der Grundfutterqualitäten
- sind Untersuchungsergebnisse vorhanden, wie erfolgte die
Probenahme
- Sinnesbeurteilung, Gärqualität, pH-Wert bestimmen
- wie lange waren Silos geschlossen, wurden Siliermittel
eingesetzt
- Vorschub pro Woche wichtig bei trockenen Silagen und
Silomais im Sommer
- Sauberkeit bei Futterentnahme, Schimmelreste etc.
Beurteilung der Kraftfutterkomponenten
- sind Untersuchungsergebnisse vorhanden, eventuell
Rohproteingehalte abklären
- Aufbereitungsform gemahlen, geschrotet, gequetscht
- Pilzbesatz, Verunreinigungen
Beurteilung der MLP-Monatsberichte
- wie lange liegt die MLP zurück, stimmen aktuelle Ration und
MLP zeitlich überein
- Besonderheiten bei MLP abklären: Zeitverschiebung,
Transponder ausgefallen, Kraftfutter ausgegangen, True-Testgeräte defekt
- Vergleich der MLP-Milchmenge mit Tankmilchmenge
- Vergleich der MLP-Inhaltsstoffe mit Inhaltsstoffen auf
Milchgeldabrechnung
- Plausibilität der Milchharnstoffwerte mit Kotkonsistenz
vergleichen
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